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Story/Thema Februar 2009

EINE REISE IN DIE KÜCHE ITALIENS

Die Küche Italiens ist so vielfältig wie seine Landschaft und seine Traditionen. Was das genau heißt, und was die italienische Küche denn nun ausmacht, erklären uns Maurizio Canestrini, Koch und Inhaber des Ristorante Pinocchio in Konstanz – und das Kochbuch „Die neue echte italienische Küche“.

Italien ist bekannt für sein köstliches Essen und seine Geselligkeit und Lebensfreude bei Tisch. Dass das stiefelförmige Land in Sachen Küche weit mehr zu bieten hat als Pizza und Spaghetti, ist den meisten sicherlich bewusst. Aber was ist das denn genau, diese italienische Küche? Was macht sie aus? Um diese Fragen zu beantworten, muss man sich das Land etwas genauer ansehen. Die 21 Regionen Italiens schauen alle auf teils unterschiedliche historische Ereignisse zurück und zeichnen sich durch verschiedene gesellschaftliche und kulturelle, ökonomische und politische Eigenheiten aus. Diese formen natürlich die Essgewohnheiten einer Region ebenso wie geographische und klimatische Gegebenheiten den jeweiligen lokalen Charakter bestimmen, denn davon hängt ab, was wachsen und gedeihen und damit auch im Kochtopf landen kann. Die Vielfältigkeit der Landschaft Italiens, mit seinen Bergen, dem Meer, fruchtbaren Flusstälern und trockenen Gebieten, spiegelt sich in den typischen Speisen der jeweiligen Regionen wider. Die Umgebung als Quelle der kulinarischen Inspiration hat sich Italien bis heute bewahrt – und das ein bisschen mehr als viele andere Länder, findet Maurizio Canestrini. Einen Einblick in die kulinarischen Regionen Italiens geben die folgenden Abschnitte des Kochbuchs „Die neue echte italienische Küche“ .

Ligurien und Toskanaküste

Die ligurischen Alpen schützen die Regionen vor kalten Nordwinden, so gedeihen Gemüse, Kräuter, Obst, Oliven und Wein bestens und prägen eine Küche, die sich sehr an den Jahreszeiten orientiert. Alte Getreidesorten werden ebenso geschätzt wie die Wildkräuter, die als Würze und Gemüse gesammelt werden. Allgegenwärtig ist Pesto, die Basilikumpaste, die hausgemachte Nudeln, Suppen und Eintöpfe würzt. Zum Kochen und Frittieren wird das feine, milde Öl der Taggiasca-Oliven verwendet. Wild und Pilze, Fische und Kaninchen aus eigener Aufzucht bringen Abwechslung in die in ihrer Schlichtheit raffinierte Küche.

Po-Ebene

Schwelgerisch präsentiert sich die Küche aus dem fruchtbaren Teil Italiens auch heute: Die verführerischen Wurst- und Käsespezialitäten – von der Mortadella bis zum Parmaschinken, vom Gorgonzola über den Asiago bis zum Parmesan – laden dazu ein. Im Veneto und in der Lombardei kommt bei den Primi häufig Reis in den Teller, die Emillia-Romagna stellt die Pasta – am liebsten gefüllt – in den Mittelpunkt. Gerne wird heute mit Gemüse & Co. kombiniert: Kürbis, Pilze, Spinat, Kräuter und Radicchio sind nur ein paar davon. Das Fleisch von Gans, Huhn, Lamm, Schwein und Rind ist von erster Güte, die Lagune von Venedig steuert zahlreiche Fische und Meeresfrüchte bei.

Alpengebiete

Der einfachen, deftigen und soliden Küche, die einst vor allem sättigen sollte, stehen moderne Zubereitungen gegenüber, die sich an klassischen Zutaten wie Schweinefleisch, Almkäse, Butter und Sahne orientieren, aber die Rezepte raffiniert verfeinern. Esskastanien, die geröstet zum jungen Wein gegessen werden, Waldpilze und Trüffel waren schon immer beliebt, aus Maismehl werden die unterschiedlichsten Polenta-Arten gekocht, und die Kunst, die fetten Teile des Schweins zu köstlichem Speck zu veredeln, hat hier seinen Ursprung. Fische aus den Flüssen und Seen stehen häufiger auf den Speisekarten als Meeresfische.

Toskana, Umbrien und die Marken

Die ursprünglich bäuerliche Küche Mittelitaliens hat in den letzten Jahren ein neues Gesicht bekommen: Immer noch beste Zutaten wie Hülsenfrüchte, Gemüse, Kräuter und Fleisch von einheimischen Tieren kommen zum Einsatz, werden aber auf neue Weise miteinander kombiniert: Kichererbsen mit Meeresfrüchten, Fleisch mit aromatischem Gemüse und Antipasti mit Zucchiniblüten. Crostini gibt es nicht mehr nur mit Lebercreme, Oliven lassen sich auch einmal in einer Sauce zum Käse finden, und Kastanien verfeinern dieses oder jenes Dessert. Die Küste der Marken trägt mit ihrem Fischreichtum ganz entscheidend zur Abwechslung im Speiseplan bei, und zusammen mit Umbrien verwöhnt die Region den Feinschmecker mit köstlichen Trüffeln.

Latium, Kampanien und Sardinien

Eine Küche, die dem prallen Leben abgeschaut ist: Feuerrote, aromatische Tomaten, schneeweiße Mozzarella und duftende Zitronen sind nur ein paar der hervorragenden Zutaten der Region Kampanien. Heute werden Mozzarella und Tomaten nicht mehr nur als Salat zubereitet, sondern auch mit Pasta, ein Risotto wird mit Zitrone frisch, und der Salat aus butterweichem Oktopus durch saftige Äpfel aus Kampanien aufgepeppt. Sardinien steuert unbekanntere einfache und gerade dadurch köstliche Gerichte bei, die traditionellen Speisen des Latium wie Saltimbocca werden auch einmal auf neue Art mit Fisch abgewandelt.

Abruzzen, Molise, und Apulien

Die Bewohner der bergigen Regionen Abruzzen und Molise lieben ihr köstliches Lamm und die natürlich aufgewachsenen Schweine, kochen mit eigenem Safran und machen mit die beste Pasta Italiens. Aus Apulien kommt nicht nur außergewöhnlich viel würziges Olivenöl, hier wissen die Menschen besonders gut mit unbekannteren Gemüsesorten wie etwa Dicken Bohnen, roten oder wilden kleinen Zwiebeln und Brokkoli umzugehen und backen mit viel Fantasie immer wieder andere Brotsorten – besonders berühmt das Brot von Altamura. An der langen Küste ist der Fischreichtum nach wie vor groß, und die Zubereitungsarten sind vielfältig.

Basilicata und Kalabrien

Fangfrischer Fisch und Meeresfrüchte auf der einen, Schweinefleisch auf der anderen Seite – das sind die Säulen dieser Küchen. Ergänzt werden sie durch Gemüse wie Auberginen und durch Hülsenfrüchte, die frisch getrocknet sehr beliebt sind, sowie die allgegenwärtigen scharfen Peperoncini. Berühmt sind die roten Zwiebeln von Tropea, die man roh isst oder in Saucen zu selbst gerollten Nudeln schmort. Da in Italiens Süden nur im Frühjahr und im Herbst das Gemüse in Hülle und Fülle gedeiht, wird es gerne in Olivenöl konserviert und ergibt so die typischen antipasti. Käse aus Schaf- und Ziegenmilch ergänzen diese würzige Küche, die in ihrer Einfachheit höchst modern ist.

Sizilien

Schwertfisch, Thunfisch und die kleinen Sardinen und Sardellen sind die Lieblingsfische der Inselbewohner, die farbenfrohe, herrlich duftende Gerichte bevorzugen. Statt Käse werden Bottarga (getrockneter Fischrogen) oder Semmelbrösel über die Pasta gestreut, und Auberginen tauchen in vielfältigster Form von Vorspeisen bis zu contorni auf. Tomaten, Paprikaschoten, Fenchel, Artischocken und Zucchini sind weitere Favoriten unter den Gemüsen. Zitrusfrüchte, Kapern und Rosinen würzen viele Gerichte, die mit ihrer süßsauren Note den Einfluss der Araber nicht verleugnen können, die auch das fruchtige Wassereis, das Sorbetto, eingeführt haben.

Einzelne Zutaten herausschmecken

Bei der Zubereitung eines Gerichts ist es in der italienischen Küche wichtig, den Charakter einer Zutat hervorzuheben. Der Geschmack will mit anderen Zutaten und den passenden Gewürzen umspielt und nicht überdeckt werden, beschreibt Canestrini die Art zu kochen in seinem Heimatland. Es muss keine raffinierte Sauce kreiert werden, sondern die einzelne Zutat soll zur Geltung kommen. Spezielle Produkte, z. B. typische Käsesorten wie Parmigiano Reggiano (Parmesan) oder Pecorino (Hartkäse aus Schafmilch), Fleisch von Chianina–Rindern, Maronen, Schinken, wie der Prosciutto di Parma (Parmaschinken) oder Wein sollte man dabei direkt aus Italien bzw. vom italienischen Spezialitätenladen beziehen. „Kochen gelernt in einer Schule habe ich nie, ich wurde vielmehr in der Küche geboren“, sagt der aus der Gegend, wo die Regionen Emilia-Romagna, Toskana und Marken aufeinanderstoßen, stammende Canestrini lachend. Mit sechs Jahren fing er an, im Restaurant seiner Eltern mitzuhelfen. Mit seinen kleinen Fingern konnte er bald ziemlich gut Pasta formen, erinnert sich der nun seit 30 Jahren selbständige Italiener. Er ist mit Düften, Aromen und Geschmackskompositionen der italienischen Küche aufgewachsen, hat sich viel abgeschaut, gelesen, ausprobiert und versucht die Erinnerungen in seinem Kopf wieder zu entdecken. Die Gerichte anderer Regionen kennen und kochen gelernt, hat Canestrini in Mailand, während regelmäßiger Treffen mit Spitzenköchen, wie Massimo Ferrari oder Luisa Marelli Valazza.

Essen ist gleichsam ein Fest

Ist ein Gericht zubereitet, wird es im Land jenseits der Alpen am liebsten gemeinsam mit Freunden oder der Familie in einem vergnügten Ereignis im netten Ambiente genossen. Canestrini zitiert ein italienisches Sprichwort: „Wo Vier essen ist auch noch Platz für einen Fünften.“ Essen ist gleichsam ein Fest, und Geselligkeit bei Tisch stärkt eine Tradition, die aus einer langen, ereignisreichen Geschichte hervorgegangen ist.

Im Pinocchio nehmen Maurizio Canestrini und sein Team ihre Gäste mit auf eine kleine kulinarische Reise nach Italien, bei der man in schönem Ambiente die Vielfalt und den Charakter dieser Küche kennen und verstehen lernt. Man kann liebevoll und traditionell zubereitete Gerichte essen – wobei einem klar wird, was es heißt, wenn eine Zutat „zur Geltung“ kommt – und bei der Auswahl des passenden Weins gibt’s fachkundige Beratung. Auf den Schürzen der Pinocchio-Köche liest man: „Die Kunst des guten Essens ist, Qualitätsprodukte mit Leidenschaft zu kochen, authentisch und in aller Freundschaft.“ Das ist italienische Küche!

Reinhardt Hess, Cornelia Schinharl und Sabine Sälzer:„Die neue echte italienische Küche. Neue Rezepte und genussvolle Einblicke in die Küche aller Regionen“, Graefe und Unzer Verlag, 49,90 € (D) / 51,30 € (A) / 82,00 sFr, ISBN: 978-3-8338-0240-9
„Die Fortsetzung des seit 1990 geliebten Klassikers. Im heutigen Italien wird leichter gekocht. Die Köchinnen und Köche in ganz Italien tüfteln und verbinden Traditionelles mit Neuem. Das ganze Spektrum der aktuellen italienischen Kochkunst wird in diesem Buch in authentischen Rezepten vorgestellt. Reportagen in jedem Kapitel erzählen von Land und Leuten, ihren Produkten, der Küche und ihren Weinen. Ein Buch für Kochkünstler und Genießer, für Wissenshungrige und Reiselustige …“

Panzanella alle verdure: Brotsalat mit Gemüse (Toskana)

Panzanella alle verdure – Brotsalat mit Gemüse (Toskana)
Zutaten für 4 Personen:
150 g altbackenes Weißbrot (vom Vortag)
250 g Grüner Spagel
150 g Grüne Bohnen
8 Zucchiniblüten
Salz, Pfeffer aus der Mühle
8 EL Olivenöl
300 g Tomaten
4 Knoblauchzehen
1 milde rote oder weiße Zwiebe l
3 EL Weinessig
1 Bund Basilikum
Zubereitungszeit: 30 min, Marinierzeit: 1 Std.
Pro Portion: ca. 340 kca l
Das Brot 1-2 cm groß würfeln und in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze unter Rühren leicht anrösten. Spargel waschen und die holzigen Enden abschneiden, Spargel in 5 cm lange Stücke schneiden. Bohnen waschen und Enden abknipsen, größere Bohnen halbieren. Zucchiniblüten vorsichtig öffnen, den Stempel herauslösen. Salzwasser zum Kochen bringen. Den Spargel darin etwa 4 min kochen, herausheben, abschrecken. Die Bohnen etwa 8 min kochen, abgießen, abschrecken. Die Zucchiniblüten in einer Pfanne bei starker Hitze in 2 EL Öl unter Rühren 2-3 min braten, salzen und Pfeffern. Tomaten waschen und klein schneiden, dabei Stielansätze entfernen. Knoblauch fein hacken, Zwiebel in feine Stifte schneiden. Essig mit Salz, Pfeffer und übrigem Öl verrühren. Brot mit Gemüse und Salatsauce mischen, ca. 1 Std. ziehen lassen. Basilikum in feine Streifen schneiden und unter den Salat mischen, noch mal abschmecken und servieren.

Pampanella: Pikantes Schweinefleisch (Molise)

Pampanella – Pikantes Schweinefleisch (Molise)
Zutaten für 4 Personen:
700 g nicht zu fette Schweineschulter (ohne Knochen)
8 Knoblauchzehen, 8 Peperoncini, 2 Zweige Thymian, 4 Salbeiblättchen
2 EL Weißweinessig, 6 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer aus der Mühle
500 g Steinpilze, Egerlinge oder Kräuterseitlinge
1 Bio-Orange
Zubereitungszeit: 25 min, Garzeit: 1 ¼ – 1 ½ Std.
Pro Portion: ca. 380 kcal
Den Backofen auf 180° vorheizen. Das Fleisch von Fett und Sehnen befreien und etwa 2 cm groß würfeln. Knoblauch schälen, Peperoncini waschn und entstielen. Die Kräuter waschen, die Thymianblättchen von den Zweigen streifen. Knoblauch, Peperoncini und Kräuter sehr fein hacken. Mit Fleisch, Essig, Öl, Salz und Pfeffer in einer hitzebeständigen Form mischen. Im Ofen (Mitte, Umluft 160°) etwa 1 Stunde braten, dabei ab und zu umrühren. Pilze putzen und in dickere Scheiben schneiden oder vierteln. Orange heiß waschen, die Schale abschneiden und fein hacken. Pilze und Orangeschale unter das Fleisch mischen und weitere 15-30 min garen, bis das Fleisch schön weich ist. Ursprünglich gart für die pampanella Schweinefilet nur mit den Gewürzen in viel weniger Zeit. Durch die längere Schmorzeit der Schweineschulter und die zusätzlichen Aromen wird es aber noch aromatischer.

Semifreddo al torrone: Nuss-Honig-Halbgefrorenes (Lombardei)

Semifreddo al torrone – Nuss-Honig-Halbgefrorenes (Lombardei)
Zutaten für 6 Personen:
Je 50 g gehäutete Mandeln und Haselnusskerne
100 g Honig
2 sehr frische Eier (Größe M)
2 EL Zucker
200 g Sahne
100 g Zartbitter-Schokolade
2 EL Milch
1 Prise Zimtpulver
Zubereitungszeit: 30 min, Gefrierzeit: 1 Std.
Pro Portion: ca. 395 kcal
Die Mandeln und Haselnüsse fein hacken. Honig in eine Metallschüssel geben und über dem heißen Wasserbad 10 – 15 Min. rühren, bis er etwas dunkler wird. Die Nüsse unterheben und die Masse abkühlen lassen, dabei immer wieder durchrühren. Die Eier trennen. Eigelbe mit dem Zucker schaumig rühren, die Honigmischung untermengen. Eiweiße und Sahne getrennt steif schlagen und unterheben. Sechs Förmchen oder Gläser (200 ml Inhalt) mit der Masse füllen und etwa 1 Std. ins Gefrierfach stellen. Dann Schokolade in Stücke brechen, mit der Milch in eine Schüssel geben, im heißen Wasserbad schmelzen. Mit Zimt würzen. Etwas heiße Schokosauce über die Spume (eventuell gestürzt) laufen lassen, Rest getrennt dazu reichen. Rasch servieren.

akzent verlost je 3 Exemplare des Restaurant-Führers „Osterie d’Italia 2009/10“ und des Wein-Führers „Vini d’Italia 2009“. Reimen Sie dazu einen Zweizeiler über die Küche Italiens. Die originellsten Einsendungen werden als Gewinner ausgewählt. Antworten Sie unter www.akzent-magazin.com, Verlosungen. Viel Spaß beim Reimen!

Weitere Infos: www.gu-online.de

Ristorante Pinocchio, Untere Laube 47, 78462 Konstanz, Tel. +49 (7531) 1 57 77
www.pinocchio-konstanz.de

Text: Nadine Womann

Hochzeits-Menü

(D-Kressbronn) Was wäre eine Hochzeitsfeier ohne ein festliches Menü? Gut wenn Sie dann echte Küchen-Profis an Ihrer Seite haben, wie das Team des Restaurants Zur Kapelle in Kressbronn, rund um Familie Singer. In stilvollem Ambiente können Sie dort den schönsten Tag Ihres Lebens feiern. Um Sie zu inspirieren, hat Küchenchef Frank Helfer exklusiv für akzent ein 6-Gänge-Feinschmeckermenü der besonderen Art zusammengestellt und ein Rezept daraus preisgegeben.

- Cappucchino getrüffelt von der Topinambur – Knackige Salate „Asia Style“ – Jacobsmuschel pochiert im Artischocken-Oliven-Fond auf Tomaten-Lauch-Confit an Safran-Chilli-Espumen – Limetten-Granatapfel-Sorbet – Filet vom Rind auf Kartoffel-Oliven Gröstel an Balsamicojus und Zucchine-Deliziosa – Rosmarin-Creme Brülée mit Pflaumenkompott und Süßem Pesto

Jakobsmuscheln

Zutaten: 4 große Jakobsmuscheln, 2 Artischockenböden, 4 Schalotten, 1 Knoblauchzehe, 1 Zweig Thymian, 1 Zweig Rosmarin, 50 ml Olivenöl, ¼ Gemüsebrühe, Weißwein, Pernod, Grüne und schwarze Oliven, Zitronensaft, gehackte Petersilie

So wird's gemacht:

Jakobsmuscheln waschen und trockentupfen. Artischockenböden mit etwas Schalotte, Knoblauch, Rosmarin, Thymian, einem Spritzer Zitronensaft und Weißwein, in der Gemüsebrühe bissfest garen, herausnehmen und kurz abschrecken. Danach in Streifen schneiden. Oliven ebenfalls in Streifen schneiden. Schalotten würfeln und den Fond durchseihen. Den Artischockenfond mit etwas Pernod zur Hälfte reduzieren und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Artischocken- und Olivenstreifen beifügen und den Fond auf 80 ºC erhitzen. Dann die Jakobsmuscheln glasig pochieren, herausnehmen und beiseite stellen. Aus dem Fond den Safran-Chilli-Espuma herstellen: Dazu Oliven und Artischocken aus dem Fond nehmen. Etwas Olivenöl in der Pfanne erhitzen, Artischocken und Oliven mit etwas Schalottenwürfeln anschwenken mit Pfeffer und Salz würzen und gehackte Petersilie unterheben. In die Mitte des vorgewärmten Tellers das Tomaten-Lauch-Confit geben, darauf die Jakobsmuschel. Die Artischocken und Olivenstreifen anrichten und mit dem Safran-Chilli-Espuma nappieren.

Tomaten-Lauch-Confit

Zutaten: 2 große Tomaten, 1 kleine Lauchstange, 1 Zwiebel, 1 kleine Dose Schältomaten, 2 El Olivenöl, Salz & Pfeffer, Knoblauch, etwas Zucker

So wird’s gemacht:

Tomaten blanchieren, abschrecken, häuten, entkernen und fein würfeln. Den Lauch längs halbieren, waschen und in Streifen schneiden. Ebenfalls blanchieren und abschrecken. Olivenöl erhitzen und Zwiebelwürfel anschwitzen. Die Schältomaten pürieren und durch ein Sieb in die Zwiebeln streichen. Das Ganze zu einer breiigen Konsistenz einreduzieren. Mit Salz, Pfeffer, Zucker, Knoblauch abschmecken. Dann die Tomatenwürfel und Lauchstreifen dazugeben und erwärmen.

Safran-Chilli-Espumen

Zutaten: Artischocken-Oliven-Fond, ¼ l Schlagsahne, Safran, 1 mittlere rote Chilischote, Pfeffer & Salz

So wird's gemacht:

Etwas Sahne in den Fond geben und auf die Hälfte einreduzieren. Safranfäden und in feine Streifen geschnittene Chili beigeben und etwas mitgaren lassen. Bis zur gewünschten Konsistenz einkochen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Zu guter Letzt:

Sahne zu Schaum schlagen und als Häubchen dekorieren. Viel Spaß beim Nachkochen und Genießen. Guten Appetit!

Auf den Geschmack gekommen?
Das Kapelle-Team unterstützt und berät Sie gerne bei der Zusammenstellung Ihres individuellen Hochzeitsmenüs.

Weitere Infos:
Hotel Restaurant Zur Kapelle
Hauptstr. 15
88079 Kressbronn am Bodensee
Tel.: +49 (07543) 963 40

Text: K.A

Fasten – richtig und gesund

"Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente!" Ja, schon Hippokrates (460-370 v. Chr.) kannte die reinigende und erneuernde Kraft des Fastens. Insbesondere Heilfasten hält nachweisbar gesund und trägt ganzheitlich zu unserem Wohlbefinden bei. Doch wie geht man richtig an die Sache heran, um eine optimale Wirkung zu erzielen? Und worauf gilt es vor, während und nach dem Heilfasten zu achten?

Was bedeutet Heilfasten? Gesundes Heilfasten ist keine Crash-Diät und etwas völlig anderes als Hungern. Ein schneller Gewichtsverlust steht dabei keinesfalls im Vordergrund. Es bedeutet auch viel mehr als einfach ein paar Tage weniger oder nichts zu essen. Unter Heilfasten versteht man den bewussten Verzicht auf Nahrung für einen bestimmten Zeitraum, bei dem richtig durchgeführt kein Hungergefühl entsteht. Heilfasten-Kuren haben eine jahrhundertealte Tradition. Sie dienen der Regulierung und Gesunderhaltung unseres Stoffwechsels und unserer Körperfunktionen. Beim gesunden Heilfasten schaltet der Körper auf eine Ernährung von innen, aus den körpereigenen Energiedepots um. Warum? Ganz einfach: Die vorhandenen Reserven sind leichter abrufbar als die Kraft, die der Körper nach energieraubender Verdauungsarbeit aus der aufgenommenen Nahrung gewinnen kann. So aktiviert der Stoffwechsel beim Fasten auf energiesparende Weise Kraft, Leistung und die inneren Selbstheilungskräfte. Der Darm wird gereinigt und entschlackt und der Körper somit von Giftstoffen befreit. Das steigert wiederum unser allgemeines Wohlbefinden, unsere geistige Leistungsfähigkeit und den Gute-Laune-Pegel, reduziert Befindlichkeitsstörungen, löst Blockaden, mobilisiert die körpereigenen Abwehrkräfte, sorgt für einen kräftigen Energieschub und wirkt sich bei regelmäßiger Wiederholung vorbeugend, lindernd oder gar heilend auf chronische Leiden wie Herz-/Kreislauferkrankungen, Diabetes, Allergien, Asthma oder Rheuma aus. Auf diese Weise wurde auch der Begriff Heilfasten geprägt.

Grundregeln des gesunden Heilfastens

Heilfasten ist sowohl eine physische Maßnahme als auch Kopfsache. Vitale, gesunde Erwachsene können zwar in der Regel ohne Bedenken eine Fasten-Kur in Eigenregie durchführen, jedoch sollten auch Sie keinesfalls einfach drauf los fasten, sondern sich zuvor gründlich mit der Thematik auseinandersetzen (warum will ich fasten, wann und wie lange darf ich fasten, welche unterschiedlichen Fastenkuren gibt es, wie sollte ich meine Ernährung nach dem Heilfasten gestalten…), Ihre Erwartungen definieren, Ihren Hausarzt zu Rate ziehen, ob eine Fasten-Kur für Sie das Richtige ist und bei grünem Licht schließlich einen geeigneten Zeitpunkt auswählen. Ist all das geschehen, kann’s richtig losgehen.

Vor dem Heilfasten:

- Legen Sie vor Fastenbeginn zwei bis drei Entlastungstage ein, an denen Sie bereits auf Fleisch, Wurst, tierische Fette und andere, schwere Kost verzichten. Das erleichtert den Start. – Sorgen Sie für eine gründliche Darmentleerung durch einen Einlauf oder Glaubersalz

Während des Heilfastens:

- Essen ist out, trinken ist in: je nach Wahl der Heilfastenkur dürfen Sie Tee (Grüner Tee, Kräutertee), Saft (zur Stabilsierung des Blutzuckerspiegels und des Säure-Base-Haushalts), Gemüsebrühe (keine Fertig- oder Tütensuppen), Wasser, Molke oder auch Schleim trinken – Genussgiften abschwören: Alkohol, Nikotin, Kaffee, Süßigkeiten und Ähnliches sind während des Heilfastens absolut tabu! – Pause machen und Seele baumeln lassen: halten Sie inne und lösen Sie sich während des Fastens von Verpflichtungen, der Hektik und den Zwängen des Alltags. Suchen Sie statt dessen vollkommene Entspannung. – Hören Sie auf Ihre innere Stimme und geben Sie Ihrem Körper, wonach er verlangt: ruhen Sie sich aus oder seien Sie sportlich aktiv – ganz nach Ihren Bedürfnissen. Besonders geeignet ist ein leichtes körperliches Training in Form von Gymnastik, Schwimmen, Wandern oder Laufen. Die Bewegung dient der Kreislaufstabilisierung und verhindert einen verstärkten Abbau von Muskeleiweiß während des Fastens – Ballast abwerfen: unterstützen Sie die Darmreinigung durch Trinkkuren, einen Einlauf, Glaubersalz, eine Colon-Hydro-Therapie oder sanfte Hausmittel wie Sauerkraut- oder Pflaumensaft, Apfelessig oder Brottrunk. Guter Tipp: Kurzzeitige Fastenkrisen lassen sich am besten durch Bewegung und Beschäftigung überwinden. Also: Nicht aufgeben! Besiegen Sie Ihren inneren Schweinehund und heilfasten Sie weiter. Es lohnt sich! Denn mit jeder widerstandenen Versuchung wächst Ihre Stärke und Sie kommen Ihrem Ziel, der inneren Reinigung, ein gutes Stück näher.

Gesundheitlicher Gewinn durch Heilfasten:

- Entwässerung und Entschlackung des Darms, der Gewebe, Gefäße und Gelenke steigert das allgemeine Wohlbefinden – Herz und der Kreislauf werden entlastet – innere Entfettung kann zur Senkung der Blutfettwerte führen – das Atmen wird freier, da die Lunge mehr Sauerstoff aufnimmt – tragende Körperelemente wie Füße, Kniegelenke und Bandscheiben werden entlastet – Haut und Gewebe werden gestrafft – Last but not least: Sie verlieren Gewicht und können wieder mit einem Lächeln auf die Waage steigen Darüber hinaus ist Heilfasten die ideale Gelegenheit zu einer generellen Ernährungsumstellung hin zu einer gesunden, vollwertigen, vitamin- und mineralstoffreichen, ausgewogenen Ernährung. Denn sie ist die beste Garantie für eine dauerhaft schlanke Linie, und vor allem dafür, den "frisch" entschlackten und entgifteten Körper nicht erneut mit Schadstoffen zu belasten.

Wer darf nicht oder keinesfalls in Eigenregie fasten:

- Menschen, die unter jeglicher Form von Essstörungen leiden sollten nicht ohne Anleitung fasten. Zu groß ist die Gefahr, das bestehende Suchtproblem zu verstärken – Chronisch Kranke wie Krebs- oder Tuberkulosepatienten oder Menschen, die an einer Schilddrüsenüberfunktion leiden – Menschen mit chronischen Magenentzündungen- oder Geschwüren – Alle, die frisch operiert wurden oder gerade eine schwere Infektionskrankheit hinter sich haben – Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte auf jeden Fall vor einer Fasten-Kur mit seinem Arzt sprechen – Schwangere und Stillende, da Fasten zu einem Mangel für Mutter und Kind führen könnte

Fasten-Formen:

Wichtig beim gesunden Heilfasten ist auch die Wahl der persönlich richtigen Fasten-Kur. Da gibt es: – Heilfasten mit Gemüsebrühe, Tee und Säften (z.B. Buchinger) – Heilfasten mit Milch und Semmeln (Die F.-X.-Mayr-Kur) – Heilfasten nach Hildegard von Bingen – Heilfasten mit Molke (Molkefasten) – Saftfasten – Schleimfasten Informieren Sie sich rechtzeitig welche der unterschiedlichen Fasten-Kuren Ihnen am meisten zusagt und sprechen Sie darüber mit ihrem Hausarzt.

Buchinger-Fasten

Eine beliebte Fasten-Art mit über 80 Jahren Tradition ist das Buchinger-Fasten, das auf Dr. Otto Buchinger zurück geht. Er kam durch sein eigenes Leiden, ein entzündliches Gelenkrheuma, zur Fastentherapie. Die damalige Schulmedizin brachte keine Linderung. Als letzten Strohhalm ergriff er schließlich den Rat eines alten Freundes und fastete. Nach 19 Tagen war er vollständig geheilt. „Diese Kur“ schrieb er später „rettete mir Leben und Existenz“. Daraufhin entwickelte er zunächst in Witzenhausen an der Werra, dann in Bad Pyrmont die Heilfastenmethode weiter und verknüpfte in seinem ganzheitlichen Ansatz die Idee der inneren Lebensreform mit Methoden der Naturheilkunde. Genau das beschrieb er auch in seinem 1935 erschienenen Buch „Das Heilfasten“, das sich zum Standardwerk entwickelte und mittlerweile in der 28. Auflage vorliegt. Zudem betreute er erfolgreich eine kontinuierlich wachsende Zahl Fastenpatienten in einem großen „Sanatorium“. Entscheidend beim Fasten waren für Dr. Otto Buchinger Alkohol- und Tabakabstinenz sowie die „Lebensreform“, mit den Schwerpunkten Ernährung und Bewegung. Bereits damals nahm er das seelische Befinden ernst und empfahl Maßnahmen wie gern getane Arbeit, Humor, Natur, ein Nebenamt, Lesen und „gute Begleiter“. Zudem riet der überzeugte Christ und gebildete Vielleser seinen Patienten zu "geistiger Nahrung" wie Psalmen, Angelus Silesius oder Goethe.

Buchinger am Bodensee

1953 gründete Dr. Otto Buchingers Tochter, Maria mit ihrem Mann Helmut Wilhelmi in Überlingen eine neue Klinik. Dr. Otto Buchinger war daran als Chefarzt beteiligt und verbrachte am Bodensee seinen letzten Lebensabschnitt. Zudem gründeten Helmut Wilhelmi und Maria Buchinger 1973 die Clinica Buchinger in Marbella /Spanien. Nach dem Tod von Helmut Wilhelmi 1985 übernahm sein Sohn Raimund zusammen mit seiner Frau Dr. Francoise Wilhelmi de Toledo, einer Ärztin aus Genf, die Leitung des Überlinger Hauses und setze dort Dr. Otto Buchingers Konzept unter Einbeziehung neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse fort. Mit Erfolg: Das 2,5 Hektar große Buchinger-Anwesen am Bodensee zählt zweifellos zu den führenden Zentren für Heilfasten und integrative Medizin in Deutschland. Den Grundgedanken des Fastens formulierte Heinz Fahrner, ein Schüler Buchingers, so: „Das Fasten ist der stärkste Appell an die eigenen Regenerationskräfte, sowohl leiblich als auch seelisch.“ Bei Buchinger bildet das Heilfasten nach wie vor ein Schwerpunkt, aber nicht die einzige Therapieform. Genauer gesagt: Buchinger Heilfasten ist heute ein individuell modifiziertes Fasten, bei dem täglich in erster Linie durch Kohlenhydrate (frischgepresste Obstsäfte, Gemüse und Gemüsebrühe) rund 250 kcal zugeführt werden. Dabei erfährt der Körper eine Stoffwechselumstellung. Giftstoffe, Schlacken und Fett werden ausgeschieden, die körpereigenen Abwehrkräfte sowie eine ungeahnte psychische und physische Leistungsfähigkeit mobilisiert.

Weitere wichtige Faktoren der Buchinger-Methode:

- reichlich Trinken – Förderung der Ausscheidungsfunktion, besonders der Darmreinigung – Integrative Medizin – Bewegung, Physiotherapie & Massage – Psychotherapie – Spiritualität – Kreativität & Kultur – Pflege- und Beautyprogramm – Gesundheitspädagogik – sowie eine ausreichend lange Phase der Nahrungswiederzufuhr (der „Aufbau“)

Auf diese Weise hebt Buchinger Heilfasten die Harmonie zwischen Bewegung und Entspannung sowie das psychisch-seelische Gleichgewicht deutlich hervor. Dieser Vorgang wird durch sogenannte „Hilfsmethoden“ wie Gymnastik, Wanderungen, Massagen und Bäder ergänzt und unterstützt. Das alles geschieht intensiv begleitet und kompetent betreut durch ein Team, das sich aus Profis in den einzelnen Schwerpunktgebieten zusammensetzt.

Weitere Infos:
www.buchinger.com

Literaturhinweis:

Buchinger Heilfasten: Ein Erlebnis für Körper und Geist, Dr. med. Francoise Wilhelmi de Toledo, TRIAS-Verlag Stuttgart, ISBN: 3-8304-3080-9

Text: Sandra Weinmann