Ach, du grüne Neune! oder Die neue Lust auf Kräuter
„Willkommen im Esszimmer von Hermann Hesse,“ begrüßt Eva Eberwein die Kräuterlehrlinge des heutigen Tages. Kräutertee und Wasser stehen bereit und an jedem Platz eine Suppenterrine für spätere Genüsse: „Neunstärke“ ist das Thema des ersten Kräutertages im neuen Jahr. „Die Neunstärke wurde traditionell zum Ende der Fastenzeit gegessen,“ erzählt die Gastgeberin. Noch durfte man keine Eier, weder Fisch noch Fleisch verwenden und so kochte man eine würzige Gemüsebrühe mit allem, was Keller und Garten noch hergaben. Dann ging es hinaus in die Natur, das frische Grün zu sammeln. Jetzt brauchte man Vitamine und Mineralstoffe, die in den Kräutern reichlich enthalten sind – und neun sollten es sein, denn die Neun war eine heilige Zahl. „Der Ausruf: Ach du grüne Neune! ist noch geläufig, auch wenn die wenigsten wissen, was es damit auf sich hat.“ Welche Kräuter nun genau verwendet wurden, sei von Region zu Region unterschiedlich: „Es gibt so viele Rezepte wie Landstriche“, sagt Eva Eberwein, Besitzerin des Hermann-Hesse-Hauses und Diplom-Biologin.Vor dem Hesse-Haus übernimmt die Kräuterpädagogin Monika Leister. Sie wechselt sich mit Bettina Burchardt ab, so dass immer zwei Expertinnen die einzelnen Kurse begleiten.










