Messer und Gabel

ein akzent-Produkt Impressum

Jetzt bestellen:

seezunge
seezunge 2010


Weitere Highlights aus dem akzent-Verlag:

akzent-Magazin
www.akzent-magazin.com

sinnior
www.sinnior.de

Aktuell

... jeden Monat frisch aus der seezunge-Redaktion des akzent.

Weinseelig Juli 2009

Die Stimmung der Winzer nach dem Hagelschaden

Die Stimmung der Winzer nach dem Hagelschaden

Am Dienstag vor Pfingsten tobte nachmittags ein heftiges Gewitter mit Windgeschwindigkeiten zwischen 150 und 160 Stundenkilometern über dem Großraum Bodensee. Die Winzer in unserer Region sind davon im doppelten Sinn schwer geschlagen. Mit einigen von Ihnen haben wir gesprochen.

„Die Kombination von Wind und Hagel war besonders schlimm“, sagt Mathias Dilger, der sein Weingut in Bermatingen bei Markdorf als Familienbetrieb führt und einen hundertprozentigen Hagelschaden bei seinen Reben beklagen muss. Durch die Kraft des Windes wurden die Hagelkörner von der Seite gegen die Reben geschleudert und richteten so einen großen Schaden an. Wären sie von oben heruntergefallen, dann hätten sich die Pflanzen mit ihren Blättern besser schützen können. „Da blutet einem das Herz“ sagt Dilger und überlegt, ob er Trauben von benachbarten Winzern ankaufen kann. Dabei muss allerdings noch geklärt werden, wie dieser Wein auf den Flaschen dann deklariert wird. Von der Landesregierung wurde eine finanzielle Hilfe für die betroffenen Winzer zugesagt, auf die nun gewartet wird.
Um sich in Zukunft vor den Wetter-Risiken zu schützen, denkt Dilger über das Aufstellen von Hagelnetzen nach. Doch Dr. Jürgen Dietrich, Weingutdirektor vom Staatsweingut Meersburg berichtet, dass es die Seitenbespannung der Hagelnetze bei diesem Sturm einfach hochgeweht und sie damit unwirksam gemacht hat. Diese Erfahrung wird er bei der Weiterentwicklung dieser Netze, bei der er beteiligt ist, weitergeben. Ebenso wie Mathias Dilger steht er der Bekämpfung des Hagels mit Silberjodid kritisch gegenüber. Man müsse erst einmal waghalsige Piloten finden, die bei solchen Gewitterstürmen vom Flugzeug aus diese Chemikalie ausbringen würden. Natürlich könne man auch Silberjodid-Raketen in die Wolken schießen, was in Baden-Württemberg auch erlaubt ist, doch deren Wirkung ist noch nicht vollends bestätigt.
Die Flächen in Meersburg weisen einen Schaden von 90 Prozent auf, in Gailingen am Hochrhein sind es nur zwischen 10 und 15 Prozent, und die Anbauflächen am Hohentwiel sind weitgehend verschont geblieben. Im Durchschnitt beläuft sich der Schaden im Moment auf rund 70 Prozent, stellt Dietrich fest.
Der Hagelsturm ist vom Schweizer Mittelland hergekommen, und so gibt es auch auf Schweizer Seite entsprechende Schäden. Michael Broger aus Ottoberg konstatiert, dass zwischen 30 und 90 Prozent seiner Reben beschädigt wurden. Der Ertrag von 2009 sei quantitativ eben sehr gering, aber er hegt die Hoffnung, dass dieser Rest „ebbis ganz, ganz guets“ werden wird. Außerdem sei das Jahr 2008 hervorragend gewesen, und diesen Wein gelte es im Moment zu genießen. Das stimmt positiv und verscheucht den Gedanken, in diesem Jahr keinen Wein aus der Region trinken zu können. Das meint auch Stefan Düringer, Geschäftsführer und Kellermeister der Spitalkellerei Konstanz und sieht für seinen eigenen Betrieb die Lage positiv: „Wir haben ja noch was zu verkaufen!“

Text: Susanne Breyer

Die Alternative zum Grillen

Die Alternative zum Grillen

(D-Konstanz) Die “Schafskälte” mit ihren frostigen Temperaturen Mitte Juni ist überstanden, und wir können uns nun ganz ungeniert dem Sommer widmen. Sommer – das ist auch die Zeit für eine sehr britische Leidenschaft: Picknick, mit den dazugehörenden Weinen.

Der aristokratische oder großbürgerliche Engländer pflegt ein Gläschen sparkling wine, also Champagner oder Sekt, auf einer grünen Wiese zwischen friedlich grasenden Schäfchen zu sich zunehmen. Dieser wunderbare Zeitvertreib lässt sich auch lässig hier am See (und auch ohne die Schafe) durchführen. Überhaupt: Warum sieht man nicht mehr Picknicker? Immer nur grillen, grillen, grillen – wie langweilig! Wie wäre es mit schönen Gurken- oder Roastbeefsandwiches – und dazu ein Gläschen von dem feinen Perlwein der Spitalkellerei Konstanz namens “Bosecco”? Schließlich geht es doch auch immer darum, zur passenden Jahreszeit und Gelegenheit einen passenden Wein zu trinken, jetzt eben einen erfrischenden! Und an dieser Stelle möchte ich die Kinder beim Namen nennen und ganz unverhohlen Werbung für wirklich gelungene Weine machen, meine ganz persönliche Auswahl. Den genannten Bosecco gibt es in weiß und rosé, wobei der Rosé noch etwas fruchtiger ist, wer das lieber mag.

Aus der Welt der Schaumweine

Weingut Engelhof, Gutedel trocken. Das bei Hohentengen gelegene südlichste Weingut Deutschlands zeichnet sich durch im französischen Stile gemachte Weine aus. Der Chardonnay ist ein gutes Beispiel hierfür und ebenfalls als Sommerwein eine Versuchung wert! Gutedel ist eine sehr alte Rebsorte, die sich durch eine milde Säure auszeichnet. Dieser sehr schöne Sekt präsentiert sich weich und fruchtig und ist die ideale Begleitung zu einen leichten Mittagessen.

Im Kräutergarten

Sauvignon Blanc wird zwar international angebaut, doch bekannt ist die Rebsorte vorallen durch die großen Namen, die ihr Berühmtheit verliehen. Sancerre, Pouilly-Fumé, diese Namen lassen Weinkenner schwach werden. Die herbale Würze der Rebsorte Sauvignon Blanc lässt sich hervorragend entdecken beim Weingut Aufricht, Stetten bei Meersburg. Die Gebrüder haben diese feine Rebsorte erst vor ein paar Jahren angepflanzt – mit tollem Ergebnis!

Spätburgunder zum Verlieben

Und hier noch zwei Tipps fürr die Rotweinfans: Das Weingut Burkhart in Weinfelden ist bekannt für seine finessenreichen Weine. Auch die Einsteigerweine, wie der “Bürger Blauburgunder” sind es wert, wiederholt getrunken zu werden, und das gerne frisch verliebt und zu zweit. In Bermatingen ist Matthias Dilger zuhause. Auch wenn das nicht wirklich weit vom See ist, so kennen ihn wenige, zu wenige. Dilger gelingt es, feine und doch bodenständige Weine zu schaffen. An dieser Stelle sei der "Spätburgunder Maischegärung” erwähnt. Voll und saftig, jedoch nicht aufdringlich, präsentiert sich dieser feine Sommer-Rotwein.

Spitalkellerei Konstanz
www.spitalkellerei-konstanz.de
Bosecco, weiß: 6,40 Euro
rosé: 6,60 Euro

Weingut Engelhof
www.engelhof.de
Schaumwein: Gutedel, trocken 7,60 Euro
Chardonnay: 8,00 Euro

Weingut Aufricht
www.aufricht.de
Sauvignon Blanc: 15,30 Euro

Weingut Burkhart
www.weingut-burkhart.ch
Bürger Blauburgunder: 13,00 SFr

Weingut Dilger
www.weingut-dilger.de
Spätburgunder Maischegärung: 7,60 Euro

(Angaben ohne Gewähr)

Text: Rebecca Koellner