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Weinseelig Februar 2009
Siebtes Schaffhauser Gourmet-Festival
Vom 1. bis 31. Mai lädt das Schaffhauser Blauburgunderland auch 2009 zum beliebten Gourmet-Festival.
Während vier Wochen präsentieren 15 Top-Restaurants spezielle kulinarische Köstlichkeiten, begleitet von den besten Tropfen aus den regionalen Rebbergen. Damit wird das Schaffhauser Blauburgunderland im Mai einmal mehr zur Destination für Feinschmecker und Genießer. 15 Schaffhauser Spitzen-Gastronomen setzen sich dafür ein, dass die Weine aus dem Schaffhauser Blauburgunderland ins rechte Licht gerückt werden. Neben den bekannten GaultMillau-Gastronomen bereiten wiederum auch gutbürgerliche Restaurants mit ausgezeichnetem Weinangebot den Besuchern des Gourmet-Festivals genussreiche Erlebnisse. Am Gourmet-Festival können Feinschmeckerinnen und Genießer das Beste aus den Küchen und Kellern des Schaffhauser Blauburgunderlandes kosten. In jedem teilnehmenden Restaurant werden die Gäste mit einem mehrgängigen Gourmet-Menü verwöhnt, das speziell für das Gourmet-Festival kreiert wird. Zu jedem Gang empfiehlt der Gastgeber den passenden Schaffhauser Wein. Damit ist das Gourmet-Festival auch eine schöne Gelegenheit, die erstklassige Qualität der Weine aus dem Schaffhauser Blauburgunderland zu entdecken.
Weitere Infos: Branchenverband Schaffhauser Wein, Herrenacker 15, CH-8200 Schaffhausen, Tel. +41 (0)52 620 40 82, www.blauburgunderland.ch
Text: Maria Peschers
Mehr Leder als Dirndl
(D-Kressbronn) „Sein Name klingt ein bisschen wie Industriegebiet, dabei kommt der Berghalde-Spätburgunder vom schönen Bodensee, überzeugt durch eine feie, süßlich-fruchtige Nase (Kirsche, Karamell …) bei pikanter Saftigkeit mit geradezu prickelnder Frische.“
Die Weinkellerei Steinhauser in Kressbronn darf sich dieser positiven Beurteilung erfreuen. Immerhin wurde ihr „2007 Kressbronner Berghalde, Spätburgunder Rotwein trocken“, von der Fachzeitschrift „Weinwelt“ ausgezeichnet, und zwar zum „süffigsten Spätburgunder“. Das Magazin verkostete rund 500 Gewächse. Es ging bei dieser Degustation der Frage nach, ob deutsche Weine etwas zu „brav“ sind – in der allgemeinen Beurteilung stand unter anderem: „Deutsche Rotweine sind meist gepflegt, fruchtbetont und rund, oft aber etwas zu brav. Es fehlt ihnen die gewisse Verruchtheit. Mehr verrauchte Stimme als Operette, mehr Leder als Dirndl …“ Die Familie Steinhauser kann sich also nun offiziell bescheinigen: Brav ist ihr Spätburgunder nicht. Brav steht für langweilig, und Langeweile kennen die Steinhausers sowieso nicht. Dafür sorgt die Vielseitigkeit des Unternehmens.
Eine große Familie
Martin Steinhauser und sein Team bauen nicht nur Spätburgunder an. Auch klassische und für den Bodenseeraum typische Rebsorten, wie der am Bodensee weit verbreitete Müller-Thurgau, wachsen in den Weinbergen. Auf die Frage, welche Müller-Thurgau vom See sein Favorit ist, sagt er ganz klar: „Am ganzen Bodensee gibt es überall super Müller-Thurgau.“ Es ist wie, wenn diese Rebsorte für die Region „zugeschnitten“ wäre – was ja auch stimmt, schließlich stammte ihr Züchter aus Schweiz, aus Tägerwilen im Thurgau. Steinhauser ergänzt seinen Weinbetrieb mit den Weinen der Burgunderfamilie – bei ihm: Weiß-, Grau- und Spätburgunder – und anderen internationalen Rebsorten. Mit acht örtlichen Winzern hat er zudem die Kressbronner Erzeugergemeinschaft aufgebaut.
Obst will gebrannt sein
Die Umtriebigkeit liegt Martin Steinhauser im Blut, bereits sein Urgroßvater war so. Als Obstbauer in Gattnau brannte er damals Schnäpse aus Kirschen und Zwetschgen. Die Tradition des Schnapsbrennen setzt der Urenkel fort. Mittlerweile bieten die Steinhausers viele Sorten von Edelbränden an. Damit sie ihre feinen Fruchtaromen behalten, destilliert der Betrieb seit 1997 die Schnäpse mit Hilfe einer der modernsten Brennereianlagen Europas.
Trophäen gesucht
Das Familienunternehmen, das 1828 gegründet wurde, bewirtschaftet rund 20 Hektar eigenen Weinbau – und dies verheißt schon jede Menge Arbeit. Trotzdem entschlossen sich die Steinhausers, 1993 eine Weinhandlung zu eröffnen. Sie führen heute rund 2500 Artikel. Neben Verpackungs- und Geschenkartikel bieten sie viele Weine an, auch von Übersee, unter anderem Weine aus Chile, Südafrika – oder auch aus den anderen Weingebieten Deutschlands. Der Grund, weshalb die Familie ihre Sortiment international erweiterte, hat mit Markterfahrung zu tun: Die Steinhausers meinen, dass Kunden Verlässlichkeit und Kompetenz suchen und gerne Wissen und Erfahrung aus einer Hand erhalten. Weinkauf ist Vertrauenssache. Gute Weine, die preislich angemessen sind und von kleinen internationalen Winzerbetrieben stammen, sind bei Kunden begehrt. Weinfans sind ja immer auf der Suche nach Entdeckungen und Überraschungen. Um solche „Schätze“ zu entdecken, besucht Martin Steinhauser Weinmessen, wo er sich auf die „Jagd“ nach solchen besonderen Weinen macht.
Sie können alles
Obwohl Kressbronn schon kurz vor der Landesgrenze zu Bayern liegt, müssen wir das Familienunternehmen Steinhäuser den Schwaben zusprechen: Ihr Ruf in der Welt bestätigt sich hier, und zwar in zweierlei Hinsicht. 1. Württemberg ist nicht mehr nur das Land der tendenziell langweiligen, belanglosen Rebsorte Trollinger, sondern auch mittlerweile vieler internationaler Rebsorten, was die Steinhausers mit ihrer Vielzahl an angebauten Rebsorten beweisen. 2. Umtriebig wie sie sind, können sie halt alles, die Schwaben, außer – und dies sei nur vollständigkeitshalber erwähnt – Hochdeutsch.
Steinhauser
Alte Bodensee Hausbrennerei und Weinkellerei
Raiffeisenstraße 23
88079 Kressbronn
Tel. 07543 8061
www.weinkellerei-steinhauser.de
Text: Rebecca Koellner


