Messer und Gabel

ein akzent-Produkt Impressum

Jetzt bestellen:

seezunge
seezunge 2012


Weitere Highlights aus dem akzent-Verlag:

akzent-Magazin
www.akzent-magazin.com

sinnior
www.sinnior.de

Aktuell

... jeden Monat frisch aus der seezunge-Redaktion des akzent.

Weinseelig Januar 2010

Magnumflaschen – warum sie es in sich haben

Magnumflaschen – warum sie es in sich haben

Im Gegensatz zum XXL-Schnitzel möchte wohl kaum jemand eine Magnumflasche alleine genießen. Sie werden meistens zu besonderen Feiern geöffnet, an denen viele Gäste anwesend sind wie Hochzeiten oder Jubiläen.

Eine Magnumflasche ist etwas ganz Besonderes, etwas, an dem man in der Weinhandlung ehrfurchtsvoll stehen bleibt und es bewundert, allein wegen seiner Größe. Nur hochwertiger Wein mit großem Reifepotential wird in die Magnums gefüllt – nicht weil er besser, sondern durch das große Volumen langsamer reift. Das liegt daran, dass im Verhältnis zum Inhalt der Flasche viel weniger Sauerstoff zur Reifung vorhanden ist. So ist es auch zu erklären, dass sich der Wein in einer geöffneten Magnumflasche länger hält. Wie schade ist es doch, dass die Sieger eines Autorennens den kostbaren Inhalt einer Magnum-Champagner-Flasche über den Köpfen und Kleidern der Fans verteilen, statt das köstliche Getränk mit ihnen zu genießen? Sicher bekäme jeder nur ein kleines Schlückchen davon ab, aber in der Kehle macht sich der Champagner allemal besser als auf dem Kleid.
Magnum ist lateinisch und heißt „das Große“. Die Bezeichnung wurde schon für viele große Dinge verwendet: Eine Marke für Eis am Stil, die wohl berühmteste Fotografenagentur und ein Pistolenkaliber schmücken sich damit. Dabei ist die Magnum mit ihren 1,5 Litern Fassungsvermögen erst die kleinste Flasche unter den Großen. Weiter geht es mit der Jeroboam oder Doppelmagnum (3 Liter), Rehoboam (4,5 Liter), Méthusalem oder Impériale (6 Liter), Salmanazar (9 Liter), Balthazar (12 Liter), Nebukadnezar (15 Liter), Melchior oder Goliath (18 Liter), Souverain (26,25 Liter), Primat (27 Liter) und Melchisedech (30 Liter). Die Namen der Weinflaschen leiten sich von den babylonischen, jüdischen und assyrischen Königen her und stehen für Größe, Würde und Einzigartigkeit. Die Herstellung von Flaschen jenseits der Jeroboam ist aufwändig und teuer. Eine Primat-Flasche – und seit 2002 auch eine Melchisedech-Flasche – wird nur vom Champagner-Hersteller Drappier angeboten, das Champagner-Haus Taittinger verfügt über einige Souverain-Flaschen.
Der Besitzer der größten Weinflasche der Welt lebt ganz in der Nähe des Bodensees: Migg Eberle ist Eigentümer des Gasthauses zum Gupf oberhalb von Rehetobel und seit November 2007 der größten Weinflasche der Welt mit 480 Litern Fassungsvermögen. Für seinen Großflaschenkeller ist das Gasthaus, das mit dem Auto in 20 Minuten von St. Gallen aus zu erreichen ist, schon länger bekannt. Spitzenweine lagern hier unter einem Gewölbe in gewaltigen Flaschen, von der Doppelmagnum (3 Liter) bis zur Melchior (18 Liter). So lag es für Migg Eberle nahe, seine Sammlung mit der weltgrößten Weinflasche zu krönen. Darin befindet sich eine Grande Cuvée des burgenländischen Weinlaubenhofs Kracher.
Erik Muth, Einkäufer bei der Weinhandlung Georg Hack in Meersburg bestätigt die bessere Reifung des Weines in den Magnumflaschen. Besonders gut eignen sie sich deshalb für Vertikalproben, bei denen mehrere Jahrgänge des gleichen Weines gekostet und verglichen werden. Im Angebot stehen bei Georg Hack hochwertige Bordeaux-Weine, Sekt und Champagner in diesem großen Format. Bezahlen muss man dafür zwischen 20 und 500 Euro, je nach Inhalt.

Gasthaus zum Gupf AG, Migg Eberle, CH-9038 Rehetobel, Tel. 0041 (0)71 877 11 10
www.gupf.ch, www.480l.com
Georg Hack – Haus der Guten Weine GmbH & Co. KG , Schützenstraße 1, 88709 Meersburg , Tel. 07532 49450, www.georg-hack.com

Text: Susanne Breyer