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Weinseelig Dezember 2009

Ausgezeichneter Schweizer – Grand Prix du Vin Suisse verliehen

Ausgezeichneter Schweizer – Grand Prix du Vin Suisse verliehen

(CH – Hallau, Thayngen) Erich Gysel ist sehr stolz auf seinen Sohn Stefan Gysel Saxer: Die Auszeichnung „Winzer des Jahres 2009/2010“ und dreimal den begehrten Grand Prix du Vin Suisse konnte er in dieser Weinsaison erringen.

Sieger wurde er in der Kategorie „Weiße Assemblagen“ mit seinem Aagne Pinot Blanc/Chardonnay 2008 und in der Kategorie Pinot Noir (Spät- oder Blauburgunder) mit Aagne Pinot Noir Spätlese 2007. Ein Diplom erhielt er in der Kategorie „Rosé und Federweisse“ für seinen Aagne Pinot Noir Rosé 2008. Auf dem neun Hektar großen Weinberg der Familie Gysel bei Hallau gedeihen außerdem die roten Rebsorten Cabernet Sauvignon, Cabernet dorsa und Merlot und die weißen Sauvignon blanc, Chardonnay, Müller-Thurgau und Pinot blanc.
Seine Frau, Nadine Gysel Saxer, ist ebenfalls Önologin und führt einen eigenen Weinbetrieb in Neftenbach, im Kanton Zürich. Der zweite Rang in der Kategorie „Müller-Thurgau“ ging an Mariann und Thomas Stamm aus Thayngen für ihren Müller-Thurgau 2008. Die Verleihung der Auszeichnungen wurde am Freitag, 30. Oktober, im Vinorama im Tourist Office der Stadt Schaffhausen gebührend gefeiert. Die Regierungsrätin (Ministerin) für Gesundheit und Sozialwesen des Kantons Schaffhausen, Ulla Hafner, und viele weitere Persönlichkeiten aus der regionalen Politik waren anwesend, ebenso wie viele Restaurantchefs und die Presse.
Insgesamt beteiligten sich 471 Betriebe mit 2117 Weinen am „Grand Prix du Vin Suisse“, das sind 15 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Da freut sich ebenfalls Beat Hedinger, Geschäftsführer von Schaffhauser Blauburgunderland, über den dreifachen Sieg seiner Weinregion. Stefan Gysel Saxer ist nach Diego Mathier, Salgesch (2007), und Madeleine Gay, Provins Valais Sion (2008), der dritte Produzent, der den Titel Winzer des Jahres verliehen bekam. Der „Prix Vinissimo“ ging an den Neuenburger Winzer Alain Gerber für seinen Süsswein Prélude 2007. Mit dem „Prix Bio Suisse“ wurde der Waadtländer Erzeuger Reynald Parmelin von der Domaine de la Capitaine in Begnins für seinen Johanniter 2008 ausgezeichnet. Er wagte Mitte der 1990er-Jahre als erster Winzer im Kanton den Schritt zur rein biologischen Produktion.

Infos:
Weinbau Gysel, Nadine und Stefan Gysel Saxer
Atlinger Str. 27
CH-8215 Hallau
Tel. 0041 (0) 52 681 3810

Weinstamm, Mariann und Thomas Stamm
Aeckerlistr. 20
CH-8240 Thayngen
Tel. 0041 (0) 52 649 2415
www.weinstamm.ch

Text: Susanne Breyer

Wein-Lektüre für Bodensee und Baden

Wein-Lektüre für Bodensee und Baden

Während im Sommer eher das durstlöschende Bier und die leichten Weine bevorzugt werden, erfreut sich der Wein in der kühlen Jahreszeit größerer Beliebtheit, speziell die Rotweine. So zieht auch die Nachfrage nach Büchern zum Thema Wein in den Wintermonaten stark an, weiß Juliane Wallis von Buch Greuter in Singen zu berichten: „Sowohl in Singen als auch in unserer ganz neu eröffneten Filiale am Radolfzeller Gerberplatz halten wir jetzt eine besonders große Auswahl an Büchern rund um den Wein vorrätig. Weinbücher sind sehr beliebte Männergeschenke. Besonders gefragt sind Standardwerke und Basiswissen für Einsteiger.“

Weine von hier für heute

Bei den Kochbüchern geht der aktuelle Trend in Richtung verfeinerter Regionalküche, in der qualitativ hochwertige Zutaten – möglichst aus regionaler Erzeugung – mit raffinierter Würzung kombiniert werden. Auch beim Wein wird das Augenmerk stärker auf heimische Produkte gelegt. Der Trend geht weg von den überseeischen Aromabomben hin zu spritzigeren, subtilen Weinen. Mit dem klassischen „Vesperschoppen“ haben die meisten Weine aus unserer Gegend nicht mehr viel zu tun.
Immer noch ein wenig im Schatten der internationalen Aufmerksamkeit, haben die deutschen Weine einen riesigen Qualitätssprung gemacht. Topausgebildete junge Winzer, oft mit vielfältiger Auslandserfahrung, arbeiten mit Ehrgeiz und Leidenschaft daran, die Qualität ihrer Weine stetig zu verbessern.
Nicht nur die Genießer, sondern auch die verantwortungsbewusst handelnden Konsumenten finden gute Gründe, zu einheimischen Weinen zu greifen: Sie unterstützen die regionale Wirtschaft und erhalten im Gegenzug ein Produkt aus sauberer, kontrollierter Erzeugung zu einem immer noch recht günstigen Preis. Und nicht zuletzt tragen sie zum Landschaftsschutz bei, denn dort, wo sich der Weinbau lohnt, bleibt das charakteristische Bild der Bodenseelandschaft vor Überbauung verschont. Hervorragende Weine, die keinen Vergleich zu scheuen brauchen, gedeihen übrigens nicht nur am deutschen und Schweizer Seeufer, sondern auch in Vorarlberg und am Hochrhein.

Wein-Reisen

Wer sich umfassend mit den Weinen der deutschsprachigen Anbaugebiete befassen möchte, dem sei Stuart Pigotts monumentales Werk „Wein spricht deutsch“ empfohlen, in dem der vor allem durch seinen jährlich erscheinenden „Kleinen genialen Weinführer“ bekannte Engländer diese grenzübergreifenden Regionen, ihre Weine und Erzeuger erstaunlich detailreich vorstellt. Sehr lobend, ja geradezu begeistert, äußert sich Pigott darin übrigens über die feinen Seeweine und die durch die vulkanische Vergangenheit geprägten Weine vom Hohentwiel. Über 200 Fotos und Karten illustrieren dieses Standardwerk.
Wer es noch praktischer und auch ein wenig handlicher mag, sollte zu der ganz neu erschienenen Reihe „Weinreisen“ greifen, für die ebenfalls Stuart Pigott verantwortlich zeichnet. Unterstützt wird er von einem jungen, aber nicht minder kompetenten Autorenteam, das die entsprechenden Regionen ausführlich bereist hat und nicht nur schöne Fotos, sondern auch jede Menge grundsätzlicher Informationen sowie zahlreiche nützliche Adressen von Winzern, Restaurants und Hotels mitgebracht hat. Die Bücher sind modern und sehr ansprechend gestaltet. Für unsere Region empfehlen sich aus dieser Reihe die Titel „Schweiz und Bodensee“ und „Baden und Elsass“.
Wer weniger grundsätzliche Informationen benötigt, aber gerne reist und dabei neue Entdeckungen machen möchte, sollte mit Frank Kämmer auf „Weinreise in Baden“ gehen. Der Autor, übrigens der erste deutsche Weinkellner, der den Titel „Master Sommelier“ tragen darf, stellt traditionsreiche Weinorte und eine Auswahl von 60 Weingütern vor, die er treffend und kenntnisreich charakterisiert. Außerdem verrät er seine ganz persönlichen Restauranttipps und macht auf Sehenswürdigkeiten am Wegesrand aufmerksam. Durch das sehr übersichtliche Kartenmaterial können alle Punkte problemlos angesteuert werden.
Eine ähnliche Zielgruppe spricht auch der bekannte Weinjournalist und -tester Gerhard Eichelmann mit seinem Führer „Weingüter und Weine in Baden“ an. Bei ihm stehen allerdings die Winzer mit ihren individuellen Philosophien im Vordergrund. Für Weinkäufer gibt er wertvolle Hinweise, welche Weine jeweils besonders empfehlenswert sind. Neben konkreten Informationen wie Öffnungszeiten etc. verrät er natürlich auch seine Lieblingslokale und reizvolle Einkaufsmöglichkeiten für regionale Spezialitäten.

Stuart Pigott: „Wein spricht deutsch“, Scherz Verlag, 78 Euro

Stuart Pigotts Weinreisen „Schweiz und Bodensee“ und „Baden und Elsass“, Scherz Verlag, je 16,95 Euro

Frank Kämmer: „Auf Weinreise in Baden“, Hampp Verlag, 9,90 Euro

Gerhard Eichelmann: „Baden. Weingüter und Weine“, Mondo Verlag, 19,90 Euro

Text: Susanne Breyer