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Weinseelig Januar 2009

Ein angenehmes Fruchtspiel

Ein angenehmes Fruchtspiel

Im Gastroführer seezunge 2009 findet sich der Artikel „Ein Lob auf die Diva“. Dabei geht es um die Rebsorte Spätburgunder. Die Redaktion bat Weinhändler der Region um ihre Spätburgunder-Empfehlungen aus den Anbaugebieten rund um den See. Wir verkosteten die Weine: Wie „heiß“ waren die Tipps wirklich? Hier eine Kostprobe.

Vorab: Weine in unterschiedlichen Preisklassen miteinander zu vergleichen ist unfair. Es gibt in jeder Klasse gut und schlechte Weine. Letztendlich muss sich jeder Wein in seiner Preiskategorie beweisen.

Der Tipp aus Gaienhofen

Manuela Griß von der Weinhandlung Wiisschöpfle in Gaienhofen empfahl den „Gutswein“ vom Weingut Markgraf von Baden. Ihr gefiehl die Aromadichte und der samtig-weiche Eindruck sowie sein langer Abgang. Für etwas über 6 Euro ist dieser Wein zu haben. Die Preiskategorie verheißt einen Alltagswein zu entdecken. Meine Verkostungsnotizen sagen: „Leichter, sommerlicher und sympathischer Wein. Schöner Erdbeereindruck, äußerst angenehmes Fruchtspiel, angenehme, unaufdringliche Süße, gute Säurebalance. Ein typischer Wein vom See.“

Die Empfehlung aus Ravensburg

Die Weingalerie Tafel in Ravensburg hat einen ungewöhnlichen Wein empfohlen. Das Weingut Vollmayer im Hegau, verantwortlich für den „Hohentwieler Elisabethenberg“ (Kabinett) geht einen individuellen (Wein-)Weg. Die Tafels meinen dazu: „Uns gefällt der Wein besonders, weil er nicht, wie am See so oft, auf über 13 Prozent Alkohol angereichert wurde. Der Wein ist ganz trocken, und ist somit nicht auf den Allgemeingeschmack getrimmt.“ Ich meine: „Vollmundiger, saftiger Spätburgunder, frisch und erfrischend im Geschmack, die trockene Note steht dem Wein sehr gut. Kabinett bringt angenehme Fülle. Zeigt am deutlichsten seine Herkunft vom Anbaugebiet vom See.“

Der Vorschlag aus Lauterach

Die Vinothek Pfanner & Gutmann in Lauterach entschied sich für den Blauburgunder vom Weingut Franz Nachbaur. Zu diesem Tipp steht bei mir geschrieben: "Wein mit erstaunlich komplexer Dichte, angenehm, fröhlich im Ausdruck. Sehr gute Säure-Süße-Balance. Äußerst angenehmer Schmelz. Typischer Spätburgunder. Dieser Wein ist viel besser, als der Preis vermuten lässt. Ein echter Geheimtipp!“ Der Wein ist nur beim Winzer direkt zu erhalten und kostet 7 Euro.

Das Angebot aus Konstanz

Bernhard Ellegast von Weinmarkt an der Laube in Konstanz entschied sich für den Spätburgunder vom Weingut Peter Krause. Ellegast beschreibt den Wein als sehr sauber, klar und fein. Mal sehen, was meine Notizen sagen: „Fruchtverliebt, angenehm, ruhig, jedoch nicht langweilig. Trotz aller Fruchtschmelze ein seriöser Wein, der präsent ist … Stolzer Spätburgunder – zu recht! Die angenehmen Bitterstoffe (etwas Lakritze) sind die perfekten Gegenspieler zur Fruchtigkeit des Weines. Angenehmer Körper. Ideale Säure.“ Peter Krauses Wein kostet 7,80 Euro.

Der Hinweis aus Schaffhausen

Die Schaffhauser Weinhandlung Felsenkeller lobt den Osterfinger „Spendguts alte Reben“ 2007. „Paul Richli in Osterfingen kombiniert Tradition mit moderner Weinbereitung. Er versucht nicht, auf jede Modeströmung aufzuspringen, und vinifiziert seit Jahren in konstant hervorragender Qualität.“ Mein emotionaler Eindruck sagt: “Ruhe, Disziplin, aber die Aussicht auf Belohnung! Kein Angeber-Wein.“ Unter dem Stichwort „Gaumen“ notierte ich: “Der Wein will es wissen und verzichtet auf verspielte Fruchtnoten. Was ja auch typisch ist für einen Wein, der aus alten Reben gewonnen wird. Dieser Wein hat eine wundersame, stolze und präsente Art, der Liebhaber von solch besonderen Weinen nicht enttäuschen wird. Ein überaus toller 'Grey Panther'!“ Richlis Wein liegt bei 18,80 Franken.

Insgesamt verraten die Tipps der Weinhändler ein Gefühl für die Region, sowie eine schöne und engagierte Auswahl, welche die regionalen Winzer und die Wünsche der Verbraucher im Auge behält. Und es beweist auch eines: dass es hier um den See nicht unbedingt berühmte, aber trotzdem viele schöne Weine gibt, in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Aus Platzgründen stellen wir hier nur eine Auswahl der Empfehlungen vor. Was die Weinhändler noch alles empfohlen haben, sowie weitere Tipps und interessante Artikel zur Gastroszene am See finden Sie in der seezunge 2009!

Text: Rebecca Koellner