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Gastro-Test März 2008
Roter Turm
(CH – Winterthur) In ihrer Restaurant-Bar „90 Meter über dem Alltag“ begrüßen Marie-Louise und Christian Kummer ihre Gäste vor einer atemberaubenden Kulisse. Der Blick aus dem 23. Stockwerk des „Roten Turmes“ (1999 für die Swisscom erbautes Hochhaus) über das Zentrum und die südwestliche Peripherie von Winterthur ist an sich schon ein Genuss und sorgt für Kurzweiligkeit und urbanes Lebensgefühl.
Kaum angekommen, ist uns eines jedenfalls sofort klar: Das ist der perfekte Platz für einen Feierabend-Cocktail oder ein Tête-â-Tête bei einem leckeren Fläschchen. Doch wie steht es um die kulinarischen Genüsse aus Christian Kummers Mini-Küche? Entsprechend der Küchen-Kapazität ist die Speisekarte gestrafft, berücksichtigt aber verschiedenste Ernährungsvorlieben. Die italienisch-spanisch-einheimische Weinkarte ist respektabel sortiert und preislich fair. Zum Warm-up beginnen wir mit dem „Turmsalat und einem exzellenten RieslingxSilvaner (sprich Müller-Thurgau) aus dem attraktiven Offenangebot. Der freundliche Service agiert im vollbesetzten Restaurant zupackend, kompetent und ohne überflüssige Floskeln. Der Salat ist knackig und mit jahreszeittypisch schwacharomatischen Tomatenhälften, leckeren kross gebratenen Speckstreifen, sowie Croûtons, die schon einige Zeit auf ihren Einsatz gewartet haben dekoriert. Das hausgemachte Dressing ist zwar harmonisch abgeschmeckt, jedoch unspektakulär genug, um mit einem Fertigprodukt verwechselt werden zu können. Erstklassig hingegen ist das dazu gereichte Baguette-Brot. Entgegen der vorsorglichen Entschuldigungen des alleinkochenden Chefs auf der Speisekarte kommen die Teller erstaunlich rasch an unserem Tisch an. Der „Chinoisespiess Torre rossa“, ein zarter und saftig gegarter Spieß aus Rinds-Huftfleisch wird mit aromatischen Knusperkartoffeln und einer Kräutergarnitur dekorativ auf einem Holzbrett serviert. Während wir von der Fleischqualität und den Kartoffeln begeistert sind, kommen wir bei den dreierlei mitgereichten Saucen zum gleichen Urteil wie beim Salatdressing. Eine frisch gezapfte „Stange“ begleitet dieses herzhafte Gericht optimal. Meine Begleiterin hat sich für „Hausgemachte Pizzokel“, eine Bündner Spezialität, entschieden. Die Pizzokel aus Spätzleteig, frischem Blattspinat und Speck sind schön bissfest, kräftig aromatisch und mit lecker duftendem Bündner Käse gratiniert. Einzig die etwas lieblos angegossene, sehr flüssige und lasche Rahmsauce, sowie die leicht bitter schmeckenden Convenience-Zwiebelringe schaffen es nicht, uns zu überzeugen. Zum krönenden Abschluss gönnen wir uns eine Panna cotta, die mit einer vielseitigen und hübsch parierten Obstgarnitur versehen ist. Die Panna cotta-Portion ist nicht nur großzügig bemessen, sondern auch großartig luftig-cremig geraten und mit angenehm mäßiger Süße, sowie ausgeprägtem Vanillearoma ausgestattet. Angenehm gesättigt und immer noch vom Panorama betört, kehren wir aus 90 Metern auf den Boden der Tatsachen zurück. Fazit: Auch wenn die Küche des Roten Turmes strukturbedingte Schwächen aufweist ist er doch „on top of the town“ ein Spitzenerlebnis.
Roter Turm
Theaterstrasse 17, CH-8400 Winterthur, Tel. +41 (0) 52 202 30 60, info@roter-turm.ch, www.roter-turm.ch
Barbetrieb geöffnet Mo. 17-23 Uhr, Di.-Do. 17-24 Uhr, Fr.-Sa. 17-1 Uhr, Restaurantbetrieb (warme Küche) Di.-Fr. 19-21.30 Uhr, So. Ruhetag,
Hauptgerichte 26 – 44 SFr.
Text: Peter Arweiler
Gasthaus Zum Sattel
(D-Wangen) Mitten im Herzen des württembergischen Allgäus, genauer gesagt am Ortsausgang der wunderschönen Stadt Wangen Richtung Lindau, liegt etwas abseits der Straße fast malerisch das Gasthaus zum Sattel", wo Gastronom Stefan Hilse seine Gäste willkommen heißt.
Schon von außen versprüht das alte Fachwerkgebäude nostalgischen Charme. Der Biergarten vorm Haus bietet sicher ein lauschiges Plätzchen an warmen Frühlings- und Sommertagen. Das nostalgische Gefühl wird beim Betreten des Hauses durch die vielen kleinen Details wie etwa dem alten Holzküchenofen im Flur noch verstärkt. Eine Holztreppe führt hinauf in die helle und freundliche Gaststube, die mit viel Holz, aber keineswegs zu rustikal eingerichtet ist. „Lass Dich ruhig nieder, fühl Dich wohl und genieße“, scheint der Raum uns zu sagen, und genau dieser Anweisung folgen wir auch. Die Speisekarte, die wir von einer sehr freundlichen, umsichtigen Servicekraft gereicht bekommen, enthält ein umfangreiches und vielversprechendes Angebot regionaler, deftiger, schwäbisch-allgäuerischer Spezialitäten kombiniert mit kulinarischen Ausflügen in die internationale Küche. Als Vorspeise bestellen wir Allgäuer Zwiebelsuppe überbacken, die – wie sich erfreulicher Weise herausstellt – keineswegs eine Nachahmung der französischen Variante ist, sondern vielmehr durch ihre ganz eigene Geschmacksnote überzeugt , die sich aus einem harmonischen Zusammenspiel des kraftvollen Allgäuer Käse und der leicht lieblichen Zwiebelnote ergibt. Unsere Wahl des Hauptgerichts fällt auf die Spezialität des Hauses: das Sattelpfännle – gebratenes Schweinerückensteak mit Kräuterbutter und Krautspätzle. Rustikal serviert in einem gußeisernen Pfännchen auf Holzbrett, sind wir schon von der Präsentation sehr angetan. Der Pfanneninhalt duftet hervorragend, aber hält der Duft auch was er verspricht? Ja! Das Fleisch ist saftig und mit der zartschmelzenden Kräuterbutter in echter Genuss. Die hausgemachten Krautspätzle bilden die ideale geschmackliche Ergänzung. Alles in allem recht mächtig und deftig, aber lecker! Das Dessert – Marillen-Klößchen auf Waldbeeren – setzt wohlschmeckende Akzente und bildet den Abschluss für ein rundum gelungenes Menü. Da lohnt sich jede einzelne Kalorie! Fazit: Das Gasthaus zum Sattel ist ein ausgezeichneter Ort, um in angenehm-gediegener Atmosphäre gute, bodenständige Küche zu genießen. Ein Ausflug dorthin lohnt sich…
Gasthaus zum Sattel
Sattel 2, D-88239 Wangen im Allgäu
Tel. +49 (07522) 70 70 70
Öffnungszeiten: Di – So 17.00 –23.00 Uhr, Di – Fr und So 11.30 – 14.00 Uhr
Montag Ruhetag
Hauptgerichte ab ca. 8,00 Euro
Text: Sandra Weinmann
Parkrestaurant im Parkhotel Jordanbad
(D – Biberach a. d. R.) Beim Blättern in der Speisekarte, die kunstvoll wie ein Notenständer am Eingang des Hauses aufgebaut ist, melden sich Neugierde und Appetit. Wir freuen uns auf das Essen im Parkrestaurant.
Leider haben wir uns nicht vorher informiert. Sonst hätten wir gewusst, dass sonntags von elf bis vierzehn Uhr lediglich Brunch angeboten wird.Was tun? Wir entscheiden uns zu warten und bei herrlichstem Sonnenschein eine Runde durch den Park zu drehen. Pünktlich um vierzehn Uhr kehren wir wieder ein. Die warmen Farben und das moderne, weiße Dekors im Restaurant sind ebenso einladend wie das freundliche Servicepersonal, das uns empfängt und an einem freien Tisch platziert. Die Speisekarte liest sich wie ein Bilderbuch für Gourmets und man merkt, dass der Pächter und Küchenchef, Thomas Lerch, viel vor hat mit der Biberacher Gesellschaft. So stehen Gerichte, wie Saltim Bocca, Eglifilet auf Basilikumschaum mit Tagliatelle, Putenmedaillons im Kräutermantel auf geschmortem Gemüse und Dinkelsauce, Burgunderbraten aus der Rinderhüfte mit feinem Gemüse, Gratinkartoffeln und Spätzle auf der Karte und es locken köstliche Dessertvariationen, wie der Naturkäse mit Trauben und Birnen. Doch leider stehen die Gerichte auf der normalen Speisekarte. Seufz! Die kleine Karte wartet mit anständigen Gerichten aus der kalten und warmen Küche auf und ist keine Verlegenheitslösung. Mein Begleiter gehorcht seinem Magenknurren und wählt ohne zu zögern das Rinderrückensteak mit Pommes Frites. Leider ist der meinerseits gewählte Antipasti-Teller nicht mehr lieferbar, so dass ich mich letztlich für den „Wellness-Salat“ mit Nüssen, Früchten und Käse entscheide. Das Steak ist saftig und so groß, dass sogar Obelix davon satt würde. Es ist klassisch rosa gebraten, wie die frittierte Beilage perfekt gewürzt und nahrhaft bis zum nächsten Morgen. Ich komme beim Kosten meiner Vitamin-Bombe richtig ins Schwitzen, so säuerlich schmeckt die Vinaigrette. Ein Rätsel bleibt, warum der Salat ausgerechnet Wellness heißt, wenn ein ganzes Stück Tortenbrie unter dem bunten Salat liegt. Ebenso unklar ist, warum der Kopfsalat nicht wirklich portioniert und an Früchten (Plural) nur Äpfel unter den Salat gemischt wurden. Vermutlich liegt es am Stress der vorangegangenen Stunden mit dem vollbesetzten Sonntagsbrunch und wir sehen deshalb darüber hinweg. Rundum zufrieden sind hingegen die Kinder. Nach gemeinsamer Durchsicht der speziell auf Kinder zugeschnittenen und nett gestalteten Kinderspeisekarte fällt die Wahl auf zwei Mal Spätzle mit Soße, die für erfreuliche 2,- € angeboten werden. Danach gibt es noch eine Extraportion Gummibärchen für jeden. Auch sonst ist für die kleinen Gäste ausreichend gesorgt. In einer Spielecke steht reichlich Spielzeug und Kinderliteratur zur Verfügung. Fazit: Das Parkrestaurant im Vier-Sterne-Hotel Parkhotel Jordanbad bietet eine gute und abwechslungsreiche Gastronomie. Das Personal ist freundlich und kompetent. Das Haus ist kinderfreundlich und modern gestaltet. Unbedingt vorher anrufen!
Parkhotel Jordanbad
Familie Lerch
Im Jordanbad 7
D – 88400 Biberach/Riss
Tel.: +49/(0)7351/343 – 300
Fax: +49/(0)7351/343 – 310
www.parkhotel.jordanbad.de
Email: parkhotel@jordanbad.de
Text: Daniela Brüggemann


